Führung achtsam und wirksam?

Ein Interview mit Dr. Stefan Kiechle SJ

Anne Glöggler: Pater Kiechle, Sie sind Priester, promovierter Theologe, Buchautor und Jesuit. Sie hatten in Ihrem Orden mehrere Leitungsfunktionen inne und waren von 2010 bis 2017 auch Provinzial, also Chef des Ordens in Deutschland. Ganz aktuell haben Sie ein Buch über Führung geschrieben mit dem Titel „Achtsam und wirksam“. Wie ist das zu verstehen?

P. Stefan Kiechle: Diese beiden Adjektive drücken den Kern unseres jesuitischen Führungsverständnisses aus. „Achtsam“ heißt, dass ich die Menschen wirklich wahrnehme – die Menschen, die ich direkt führe, und die Menschen, für die ich weitere Verantwortung habe; dass ich diese Menschen in ihrer Würde wahrnehme, mit ihren Werten und Bedürfnissen, und gut mit ihnen umgehe. „Wirksam“ heißt, dass die Führung effektiv sein muss, denn es sollen ja Ergebnisse entstehen. Manchmal stehen die beiden Prinzipien „achtsam“ und „wirksam“ gegeneinander: Wenn man z. B. mit Mitarbeitern gut umgehen will und andererseits um der Wirksamkeit willen jemanden entlassen muss, dann gibt’s ein Problem. Das muss man ausgleichen und Wege finden.

Anne Glöggler: Inwiefern lassen sich Ihre Gedanken auf den Wirtschaftsbereich übertragen?

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Interkulturelle Kompetenz – kein „Nice-to-have“, sondern ein „Must“

Wissen. Reflexion. Handlung.

In unserer „globalisierten“ Welt, in der wir so miteinander vernetzt sind wie noch nie zuvor, ist interkulturelle Kompetenz eine Schlüsselqualifikation für Mitarbeitende, Führungskräfte und das gesamte Unternehmen.

Sich Verstehen – die Basis für Erfolg

Die Corona-Krise zeigt uns deutlich, wie vieles ineinandergreift und wie sehr wir voneinander abhängen. Das gilt sowohl für die Gesellschaft als auch für Unternehmen. Wir sind bereits so miteinander verbunden, dass wir folglich eine Verantwortung füreinander haben: für die Gesundheit jedes Einzelnen zum Beispiel, aber auch für unseren Umgang miteinander. Die Basis jedes Miteinanders und jeder Kommunikation ist sich zu verstehen. Und damit ist kein Kuschelkurs gemeint, sondern ein reibungsloses Verstehen im Sinne des Unternehmens und des Einzelnen. Wir können es uns immer weniger leisten, darauf zu verzichten, uns nicht zu verstehen, da sowohl das einander Verstehen als auch das Nicht-Verstehen unmittelbare Auswirkungen auf Firmenergebnisse und auf weiche Faktoren haben kann: die interne Stimmung, Gerüchte, das Image einzelner Personen, einer Abteilung und des gesamten Unternehmens. Fehler, Fettnäpfchen, Missverständnisse, bereits eine falsche Äußerung können den Erfolg einer Unternehmung oder eines Projektes gefährden.

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