Führung in der Schule – zwei Welten treffen aufeinander?

Ein Gespräch

Anne Glöggler: Herr Bangert, Sie sind Rektor einer Realschule, Dozent und haben jetzt aktuell ein neues Buch herausgegeben über Verhaltensweisen guter Lehrer. Gleichzeitig geht es um die Frage, wie Schulleiter ihre Kollegen und Kolleginnen in der Schule gut führen können. Was war Ihre zentrale Motivation, so ein Buch zu schreiben?

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Zwischen „a Euzerl“ und „vü“*

*a Euzerl: ein Stückchen, ein wenig; vü: viel

Zwei Seiten einer Medaille

Die letzten Monate brachten viel Neues, Bedauerliches, Überraschendes und Einschneidendes; viele Veränderungen wurden erforderlich bei persönlichen Gewohnheiten, beruflichen Aktivitäten und Traditionen. Es wurden wie mit einem Scheinwerfer auch Themen ausgeleuchtet, die sehr unterschiedlich von den einen als „latent“, von anderen als „virulent“ eingestuft wurden.

Homeoffice

In der Vergangenheit war Homeoffice in Österreich eher ein Minderheitenprogramm, das von einer überschaubaren Anzahl an Arbeitnehmer*innen (für sich) und Führungskräften (für Mitarbeiter*innen) promotet wurde. Die Corona-Pandemie brachte hier eine massive (vorübergehende?) Beschleunigung.

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Kamera an!

Hürden im Umgang mit der Kamera bei Video-Calls

Die Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im Homeoffice arbeiten, ist anspruchsvoll und hat eigene Herausforderungen. Die Grundprinzipien sind zwar einfach: mehr Vertrauen in die Mitarbeitenden, weniger Kontrolle, mehr Begleitung und neue Arbeitstechniken wie Online-Kommunikation. Die konkrete Umsetzung ist dagegen gar nicht einfach, weil Gewohnheiten und Verhaltensweisen verändert werden müssen.

Bemerkenswert ist, dass nach einem Jahr Corona die Nutzung der Kamera während Online-Besprechungen für viele (noch) nicht selbstverständlich ist. Dafür gibt es allerdings nachvollziehbare Gründe:

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Korrekt gendern – ein Thema für Führungskräfte?

Jeder hat das Recht und den legitimen Anspruch, korrekt angesprochen zu werden. Nur wie?

Viele Millennials kommen jetzt in die Unternehmen und bringen einen ganz anderen Kommunikationsstil mit. Zum Beispiel ist geschlechtsneutrale Kommunikation für viele eine Selbstverständlichkeit. Korrektes „Gendern“ wird damit zur Führungsaufgabe auch für diejenigen Führungskräfte, die einer anderen Generation angehören.

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Führung achtsam und wirksam?

Ein Interview mit Dr. Stefan Kiechle SJ

Anne Glöggler: Pater Kiechle, Sie sind Priester, promovierter Theologe, Buchautor und Jesuit. Sie hatten in Ihrem Orden mehrere Leitungsfunktionen inne und waren von 2010 bis 2017 auch Provinzial, also Chef des Ordens in Deutschland. Ganz aktuell haben Sie ein Buch über Führung geschrieben mit dem Titel „Achtsam und wirksam“. Wie ist das zu verstehen?

P. Stefan Kiechle: Diese beiden Adjektive drücken den Kern unseres jesuitischen Führungsverständnisses aus. „Achtsam“ heißt, dass ich die Menschen wirklich wahrnehme – die Menschen, die ich direkt führe, und die Menschen, für die ich weitere Verantwortung habe; dass ich diese Menschen in ihrer Würde wahrnehme, mit ihren Werten und Bedürfnissen, und gut mit ihnen umgehe. „Wirksam“ heißt, dass die Führung effektiv sein muss, denn es sollen ja Ergebnisse entstehen. Manchmal stehen die beiden Prinzipien „achtsam“ und „wirksam“ gegeneinander: Wenn man z. B. mit Mitarbeitern gut umgehen will und andererseits um der Wirksamkeit willen jemanden entlassen muss, dann gibt’s ein Problem. Das muss man ausgleichen und Wege finden.

Anne Glöggler: Inwiefern lassen sich Ihre Gedanken auf den Wirtschaftsbereich übertragen?

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Was sind „schwierige“ Mitarbeiter?

Sind Mitarbeitende schwierig oder werden sie nur von bestimmten Führungskräften schwierig erlebt? Hat der „schwierige“ Mitarbeiter nicht auch viel mit mir zu tun? Als „schwierig“ wird zum Beispiel angesehen, wer Deadlines nicht einhält, wenn das Verhalten gegenüber Kunden oder Kollegen inadäquat zu sein scheint oder schlechte Stimmung verbreitet wird. Das heißt, es gibt eine Differenz zwischen dem, was eine Führungskraft erwartet und dem, was der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin davon erfüllt.

So müsste es eigentlich zutreffender heißen: der oder die Mitarbeiter*in macht Schwierigkeiten. Es bedeutet nicht, dass die Person vom Wesen her schwierig ist. Dies ist eine erste wichtige Erkenntnis, um die nächsten Schritte als Führungskraft gehen zu können.

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