Die feine Linie zwischen Eigenverantwortung und Teamzugehörigkeit

Ein Zwischenruf

Eigenverantwortung, Eigeninitiative und Kritikfähigkeit. Diese Eigenschaften schreiben sich Mitarbeiter*innen gerne auf die Fahne. Gleichzeitig sind dies Anforderungen, die berechtigterweise mehr denn je auch von ihnen selbst erwartet werden.

Das Ziel ist es, die Stärken jedes Einzelnen und jeder Einzelnen zu nutzen, individuelle Herangehensweisen zu vergleichen und gemeinsam Best Practice zu definieren. Hier liegt die Herausforderung: der Spagat zwischen „individuell“ und „gemeinsam“. Dies muss von Führungskräften festgelegt und gemanagt werden.

Während viele Mitarbeiter*innen oft ganz instinktiv eine gute Balance zwischen Teamarbeit und eigenverantwortlichem Handeln finden, gibt es aber auch solche, die – meist ohne sich dessen bewusst zu sein – diese Ausgeglichenheit zwischen „ich“ und „wir“ aus den Augen verlieren.

Die Bemühungen selbstständig tätig zu werden, können dazu führen, dass am gemeinsamen Team-Ziel vorbei gearbeitet wird. Manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren sich im „Individualismus“, der so weit geht, dass eigenverantwortlich entschieden werden soll, in welchen Team-Meetings eine Anwesenheit notwendig ist oder nicht.

Dass auch Führungskräfte zuweilen unsicher sind, wo die Grenzen eigenverantwortlichen Handelns bei den Mitarbeiter*innen sind, ist mehr als verständlich. Spätestens, wenn jedoch z.B. ein aus der Sicht der Führungskraft notwendiges Team-Meeting „boykottiert“ wird, darf und muss die weisungsbefugte Führungskraft an die Mitwirkungspflicht erinnern. Es geht nicht darum, dass angesprochene Mitarbeitende bedingungslos zustimmen sollen, sie haben jedoch aktiv am Team-Geschehen teilzunehmen. Sind sie unzufrieden, sollen sie selbstverständlich konstruktive Kritik äußern und Verbesserungsvorschläge machen. Ob alle Vorschläge dann auch umgesetzt werden, sei dahingestellt. Fest steht: die Führungskraft hat eine Direktionspflicht und Entscheidungsbefugnis bezüglich der Arbeitsorganisation. Sie soll dankbar sein, wenn sie Ideen bekommt, die Entscheidung, welche sie umsetzen möchte, trifft sie allein.

Um erfolgreich im Sinne der Unternehmensstrategie zu arbeiten, bedarf es eines klar definierten, für alle Mitarbeitenden gültigen und zumutbaren Rahmen. Diesen muss die Führungskraft festlegen, kommunizieren und – idealerweise – auch die Gründe transparent machen. Auch wenn es bei starken Persönlichkeiten im Team sicherlich Überwindung kostet und Sorge aufkommt, sich unbeliebt zu machen, sollten Führungskräfte selbstverständlich Mitarbeiterrechte respektieren, sich für aktive Mit- und Zusammenarbeit einsetzen, aber eben auch die legitimen Mitarbeiter-Pflichten stets klar kommunizieren. Denn: erst die Direktionspflicht der Führungskraft macht ein harmonisches Zusammenspiel zwischen eigenverantwortlichem Handeln und Teamfähigkeit überhaupt möglich!

Autor/Autorin

Sandra Schauber-Leonhardt hat International Business Management studiert. Sie arbeitete unter anderem in London und Frankfurt als Produkt und Brand Managerin. 2012 machte sie ihre Leidenschaft „Theater“ zum Beruf – sie bringt eigens verfasste Theaterstücke in Frankfurt auf die Bühne. Als Business-Schauspielerin und Coach arbeitet sie mit vor allem mit Führungskräften, aber auch mit Mitarbeitern im Außendienst und in ärztlichen Praxen. Ihre Schwerpunkte sind Kommunikation und Körpersprache. Insbesondere bei Führungskräften ist für deren Wirkkraft entscheidend, dass die Körpersprache zum gesprochenen Wort passt.

Autor: Sandra Schauber-Leonhardt

Sandra Schauber-Leonhardt hat International Business Management studiert. Sie arbeitete unter anderem in London und Frankfurt als Produkt und Brand Managerin. 2012 machte sie ihre Leidenschaft „Theater“ zum Beruf – sie bringt eigens verfasste Theaterstücke in Frankfurt auf die Bühne. Als Business-Schauspielerin und Coach arbeitet sie mit vor allem mit Führungskräften, aber auch mit Mitarbeitern im Außendienst und in ärztlichen Praxen. Ihre Schwerpunkte sind Kommunikation und Körpersprache. Insbesondere bei Führungskräften ist für deren Wirkkraft entscheidend, dass die Körpersprache zum gesprochenen Wort passt.

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