Integre Führung: Ethisches Handeln von Vorgesetzten

Was passiert mit hochmotivierten Mitarbeitern, wenn die Vorgesetzten ihre Vorbildfunktion nicht wahrnehmen? Und wie lässt sich das vermeiden?

Die Situation

Eine junge Mitarbeiterin tritt voller Freude ihre neue Stelle als Junior-Marketingmanagerin an. Die Aufgabe gefällt ihr gut, sie stellt jedoch nach kurzer Zeit fest, dass ihre direkte Chefin offensichtlich nicht sehr gut mit ihrem Vorgesetzten, dem Marketingdirektor, zurechtkommt.

Einige Wochen später bestellt der Marketingdirektor die Juniormanagerin in sein Büro und äußert nach kurzem Vorgeplänkel, dass sie inzwischen ja wohl auch schon festgestellt hätte, welche Unzulänglichkeiten ihre direkte Vorgesetzte habe. Er würde sehr gerne konkrete Hinweise von der Juniormanagerin über Fehlverhalten jeglicher Art ihrer Vorgesetzten erhalten, um den Low-Performer-Prozess möglichst schnell beenden zu können. Wenn die Juniormanagerin ihm hierbei hilfreich zur Seite stünde, solle dies nicht zu ihrem Nachteil sein, denn dann würde ja bald eine entsprechende Stelle frei, die schnell wieder nachbesetzt werden müsse.

Die Juniormanagerin verlässt das Büro ziemlich perplex und wagt es jetzt kaum noch, ihrer direkten Vorgesetzten in die Augen zu sehen.

Der Kommentar

Alle Vorgesetzten haben in ihren Unternehmen Vorbildfunktionen wahrzunehmen. Ihr Verhalten muss ein Spiegelbild der gewünschten Unternehmens- oder Abteilungskultur sein.

Ein Vorgesetzter, der über Hierarchieebenen hinweg einen Mitarbeitenden zur Illoyalität gegenüber ihrem oder seinem direkten Vorgesetzten auffordert, demonstriert durch sein Verhalten sicher keine ethischen  Werte wie Aufrichtigkeit oder würdevollen Umgang miteinander. Dieses illoyale Verhalten noch mit einer Belohnung und persönlichem Nutzen zu verknüpfen, verschlimmert den Fehltritt. Damit wird offensichtlich, dass es sich nicht um einen verunglückten Ausrutscher handelt, sondern um ein ganz bewusstes und geplantes Fehlverhalten.

Mitarbeitende möchten ihren Führungskräften vertrauen können. Das ist eine Grundvoraussetzung, um motiviert in einem Unternehmen oder einer Abteilung zu arbeiten. Die logische Schlussfolgerung hieraus ist, dass sich Führungskräfte stets integer zu verhalten haben. Lösen Sie Ihre Führungskonflikte immer mit den direkt Betroffenen und nie indirekt über dritte Personen, die sie hierzu funktionalisieren. Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter, gerade wenn Sie mit ihnen Konflikte haben, wie Sie selbst in der umgekehrten Rolle behandelt werden möchten. Eine gute Empfehlung ist es, so zu handeln, dass Ihr Führungsverhalten morgen in der Firmenzeitung stehen könnte.

Autor/Autorin

Birgit Schunck war nach ihrem an der LMU München abgeschlossenen Pharmaziestudium viele Jahre weltweit als erfolgreiche Managerin, Führungskraft, Geschäftsführerin und Vice President in pharmazeutischen Unternehmen tätig.
Heute arbeitet sie als Trainerin und Interimsmanagerin für pharmazeutische Firmen.
In ihrer Freizeit treibt sie aktiv Sport und entdeckt am liebsten auf ausgedehnten Reisen die Vielschichtigkeit der Kulturen in aller Welt.

Autor: Birgit Schunck

Birgit Schunck war nach ihrem an der LMU München abgeschlossenen Pharmaziestudium viele Jahre weltweit als erfolgreiche Managerin, Führungskraft, Geschäftsführerin und Vice President in pharmazeutischen Unternehmen tätig. Heute arbeitet sie als Trainerin und Interimsmanagerin für pharmazeutische Firmen. In ihrer Freizeit treibt sie aktiv Sport und entdeckt am liebsten auf ausgedehnten Reisen die Vielschichtigkeit der Kulturen in aller Welt.

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