Professionelles Verhalten in Stress- und Krisenzeiten

Beruflichen Stress bei sich und den Mitarbeitenden zu reduzieren ist ein Kennzeichen verantwortungsvoller Führungskräfte.

Mehr als dreimal so viele E-Mails ***  Mitarbeitende sind nicht präsent  ***  Entscheidungen verzögern sich  ***  das Business läuft weiter  ***  viele kleine Dinge nerven plötzlich und Spannungen entstehen ***  Fehler häufen sich  ***  das eigene Frustrationslevel sinkt

Das sind die Situationen, die richtig Stress bedeuten können. Diese Faktoren können die Leistungsfähigkeit einschränken und auf Dauer sogar krank machen. Gerade wenn es zum Beispiel bei großen Veränderungen darauf ankommt, dass Führungskräfte und Mitarbeiter in der Organisation belastbare sind, ist es wichtig, sich als Chef dem Thema „Umgang mit Stress“ zu widmen.

Stress ist messbar! Er hat ganz unterschiedliche und sehr individuelle Ursachen. Diese erst einmal bei sich selbst und in seiner Umgebung zu erkennen, kann rein erster Schritt zur Bewältigung sein.

Die zentralen Fragen, die sich Gestresste stellen sollten:

  • Wo kommt mein Stress her?                            
    -> Persönliche Stressquellen & Belastungen      
  • Wie stark beansprucht er mich?                     
    -> Kurz- und langfristige Auswirkungen  
  • Wie verstärke ich meinen Stress selbst?       
    -> Eigene kognitive und emotionale Antreiber    
  • Wo ich erlebe Sinn bei meiner Arbeit?         
    -> Sinnhaftigkeit
  • Wie motiviert mich mein Umfeld?                 
    -> Motivation und Engagement
  • Wie gut bewältige ich meinen Stress?          
    -> Resilienz und Coping
  • Wie weit bin ich Burnout gefährdet?             
    -> Stressindex

Erst wenn der individuelle Stress in seinen verschiedenen Aspekten, Ursachen und Auswirkungen sichtbar geworden ist, lassen sich gezielt Maßnahmen ergreifen, um die Situation zu verändern. Bei schwerer Ausprägung braucht es auch für eine Analyse nicht selten bereits einen Coach zur Unterstützung. Beispielsweise gibt es auch unterhalb einer therapeutischen Ebene von der deutschen Gesellschaft für Prävention (GPeV) zertifizierte Maßnahmen und entsprechend ausgebildete Begleiter zum professionellen Umgang mit Stress.

Nicht jeder Stressfaktor lässt sich vermeiden. Bei einer Produkteinführung haben die verantwortlichen Manager den Tisch voll und sind nicht selten am Anschlag. Solche Phasen gehen aber in der Regel vorüber. Ein verantwortungsvoller „ChefChef“ sorgt aber dafür, dass in seinem Verantwortungsbereich der Stress kein Dauerzustand ist. Er unterstützt damit gerade in schwierigen oder krisenhaften Zeiten die Gesunderhaltung seiner Mitarbeitenden und Teams. Er erhält die Leistungsfähigkeit der Kollegen und durch die Vermeidung von Krankheitsanfälligkeiten reduziert er Fehlzeiten. Sich mit Stress und seinen Mechanismen zu beschäftigen und sich aktiv für einen Stressabbau bei sich selbst und bei seiner Umgebung einzusetzen, ist also keine Frage von Gutmenschentum, sondern eine Frage der betriebswirtschaftlichen (und menschlichen!) Vernunft.

Autor/Autorin

Christine Marquardt war 20 Jahre in verschiedenen Bereichen und als BU-Leiterin in Pharmaunternehmen tätig. Seit 10 Jahren arbeitet sie als Trainerin und Coach für Führungskräfte in der Industrie und für wissenschaftliche Mitarbeiter der Kieler Universität.
Ihre Schwerpunkte sind unter anderem Stressprävention und Burnout Prophylaxe.
Sie studierte Ökotrophologie und Kommunikationspsychologie in Kiel und Lübeck.

Autor: Christine Marquardt

Christine Marquardt war 20 Jahre in verschiedenen Bereichen und als BU-Leiterin in Pharmaunternehmen tätig. Seit 10 Jahren arbeitet sie als Trainerin und Coach für Führungskräfte in der Industrie und für wissenschaftliche Mitarbeiter der Kieler Universität. Ihre Schwerpunkte sind unter anderem Stressprävention und Burnout Prophylaxe. Sie studierte Ökotrophologie und Kommunikationspsychologie in Kiel und Lübeck.

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