Vertrauen und sich kennen als Basis für integre Führung

Ein Fallbericht

Vertrauen, Vertrauenswürdigkeit und Integrität sind erst einmal abstrakte Begriffe. Sie werden aber konkret, wenn ihre Umsetzung im beruflichen Alltag betrachtet wird.

Die Situation:

Ein auf Basis seiner extrem effizienten, auffallend strategisch und analytischen Fähigkeiten frisch ernannter Senior-Produktmanager (PM) bekommt seine erste Mitarbeiterin: eine kreative muntere Junior-PM, die alles geben will, um ihre neue Stelle, nach der sie sich lange gesehnt hat, gut auszufüllen. Beide sitzen in einem Großraumbüro hintereinander in einer Ecke, die Umsätze ihrer Produkte, für die sie zuständig sind, laufen gut, aber die Stimmung zwischen beiden wird immer unangenehmer. Es dauert nur wenige Wochen, bis beide bei dem vorgesetzten Marketingleiter aufschlagen.

Senior PM: Sie halte sich nicht an klare Anweisungen, liefere nur wirres Zeug ab, hänge ständig bei anderen rum. Er habe das Gefühl, sie sei absolut illoyal ihm gegenüber.

Junior PM: Er kümmere sich überhaupt nicht um sie, spreche nicht mit ihr, lade alles Unangenehme bei ihr ab, was er nicht selbst machen wolle und ignoriere sie ansonsten komplett.

Intensive Einzelgespräche des Marketingleiters mit beiden ergaben folgende Situation: Der introvertierte, auf Effizienz ausgerichtete Senior-PM schickt alle Anweisungen und Arbeitsunterlagen an seine Mitarbeiterin, die räumlich nur zwei Meter von ihr entfernt arbeitet, ausschließlich per E-Mail. Für die extrovertierte Junior-PM aber ist es essenziell, ihren Vorgesetzten persönlich im Kontakt und im Gespräch zu erleben, denn nur dann kann sie Vertrauen zu ihm aufbauen. Für sie ist es wichtig, ihren Vorgesetzten richtig einschätzen zu können. Sie benötigt als Berufsanfängerin noch Unterstützung, ist also auch auf Rat und Anleitung in vertrauensvoller Atmosphäre angewiesen, den sie auch gerne entgegennehmen würde.

Die Empfehlung:

Vertrauen und Integrität

Sich gegenseitig zu kennen und zu vertrauen, sind sehr wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende integre Führung.

Nur wenn der Vorgesetzte für seine Mitarbeitenden sichtbar und einschätzbar ist, seine Taten nachvollziehbar sind, dann entwickelt sich eine vertrauensvolle Beziehung, aus der eine optimale Zusammenarbeit resultieren kann. Umgekehrt wird es natürlich so auch für den Vorgesetzten sehr viel einfacher, die Probleme seiner Mitarbeitenden nachzuvollziehen und entsprechend fundierte ergänzende Erläuterungen zu geben.

Ein klares Plädoyer für „management by walking around“: Um integre Führung und gegenseitiges Vertrauen zu fördern, ist es wichtig, als Person präsent zu sein. Noch bedeutender ist dies, wenn sehr unterschiedliche „Persönlichkeitstypen“ aufeinandertreffen. Achten Sie als Vorgesetzter daher auf die verschiedenen Persönlichkeiten, die motiviert sind, ihre spezifischen Eigenschaften und die daraus resultierenden Bedürfnisse. Respektieren Sie die vorhandenen Unterschiede und gehen Sie integer damit um. Viel Spaß!

Autor/Autorin

Birgit Schunck war nach ihrem an der LMU München abgeschlossenen Pharmaziestudium viele Jahre weltweit als erfolgreiche Managerin, Führungskraft, Geschäftsführerin und Vice President in pharmazeutischen Unternehmen tätig.
Heute arbeitet sie als Trainerin und Interimsmanagerin für pharmazeutische Firmen.
In ihrer Freizeit treibt sie aktiv Sport und entdeckt am liebsten auf ausgedehnten Reisen die Vielschichtigkeit der Kulturen in aller Welt.

Autor: Birgit Schunck

Birgit Schunck war nach ihrem an der LMU München abgeschlossenen Pharmaziestudium viele Jahre weltweit als erfolgreiche Managerin, Führungskraft, Geschäftsführerin und Vice President in pharmazeutischen Unternehmen tätig. Heute arbeitet sie als Trainerin und Interimsmanagerin für pharmazeutische Firmen. In ihrer Freizeit treibt sie aktiv Sport und entdeckt am liebsten auf ausgedehnten Reisen die Vielschichtigkeit der Kulturen in aller Welt.

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